Verucchio

Verucchio

GESCHICHTE

Verucchio kann sich einer besonders antiken Geschichte, die nicht von den Geschehnissen um das Geschlecht der Malatesta getrennt werden kann, rühmen. Bereits weit vor dem Mittelalter - in der Eisenzeit (zwischen dem IX. und VI. J. v. Chr.) - war Verucchio eine bedeutende Niederlassung der Villanovakultur. Von dieser Vergangenheit zeugen noch heute einzigartige, im städtischen Museum ausgestellte Fundstücke.
Die Ortstruktur stammt jedoch aus dem Mittelalter. Zwischen dem Ende des XII. Jahrhunderts und 1462 gehört die uneinnehmbare Burg von Verucchio dem Geschlecht der Malatesta, deren Macht über die Küste und die Marken von hieraus unerschütterlich war. Am 31. Oktober 1462 gelingt es Federico da Montefeltro mit einer List die Burg zu erobern und damit die Herrschaft der Malatesta über den Ort zu beenden.
Nach Ende der Malatesta Herrschaft verleiht Papst Leo X. Verucchio den Titel “Stadt”. Dann sind die Grafen Medici (ein Zweig der mächtigen Florentiner Familie und des Geschlechts der Pio Comneno) Herren von Verucchio. Gegen Mitte des sechzehnten Jahrhunderts kehrt Verucchio in den Besitz der Kirche zurück.

SEHENSWERT

Malatesta Burg oder “Rocca del Sasso”
Der monumentale Komplex der Malatestaburg besteht aus in verschiedenen Epochen erbauten Konstruktionen, die zwischen dem XII. und XVI. Jahrhundert auf einer großen Fläche auf dem höchsten Punkt des “Sasso” (Stein/Felsen) von Verucchio – von dem man ein wundervolles Panorama bewundern kann - errichtet worden waren. Gegen Ende des XII. Jahrhunderts gehört die Burg der Familie Malatesta.
Hier wurde "Mastin Vecchio" Malatesta da Verucchio, der große welfische Herr, der im Jahre 1295 Rimini erobert und die Signoria der Malatesta gründet, geboren. Noch heute kann man die Überreste der Festung aus dem dreizehnten Jahrhundert mit dem antiken Turm innerhalb der Struktur aus dem Jahre 1449, die man Sigismondo Pandolfo Malatesta zu verdanken hat, bewundern.
Sehenswert sind interessant ausgestattete Räume, der imposante Saal „Sala Grande“, das Verlies und der Hauptturm, von dem man ein atemberaubendes Panorama genießen kann.

Die Mauern des Festungsgrabens
An der Kirche S. Agostino beginnt der Weg um die vollkommen restaurierten Mauern des Festungsgrabens. Von hier erlebt man ein wundervolles Panorama und faszinierende Berührungspunkte mit der Geschichte. Das Auf und Ab vorbei an antiken Türmen bildet eine unvergesslich reizvolle Kulisse.

Das Kloster der Nonnen von Santa Chiara
Auf der Ortspitze gegenüber der Burg liegt das Kloster der Benediktinernonnen, das im Jahre 1610 auf der Burg „Rocca del Passerello“ (auch diese große und imposante Burg war einst eine Residenz der Familie Malatesta) errichtet worden ist.
Das Kloster - zur Hälfte noch Burg– kann nicht besichtigt werden, da es noch Klausurnonnen beherbergt.

Archäologisches Stadtmuseum
Das im Kloster der Augustinermönche (VII. Jahrhundert) eingerichtete Museum enthält eine Sammlung von internationaler Bedeutung, eine der schönsten Perlen des Hinterlands von Rimini. Nicht nur die Rarität sondern auch der ästhetische Wert der Fundstücke (die aus Hunderten von Grabstellen der Villanovakultur und der Etrusker vom IX. bis VII. J. v. Chr. stammen) machen aus dem Museum eine Sehenswürdigkeit, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Aus den Nekropolen von Verucchio, die sich durchaus mit denen der Etrusker, des Latiums und der Toskana messen können, sind hinsichtlich Stil und Erhaltungsgrad einzigartige Gegenstände zum Vorschein gekommen: Darunter Objekte aus Holz, Behälter aus Pflanzenfasern und Stoffe. Eines der bemerkenswertesten Fundstücke ist sicherlich der Holzthron, auf dem menschliche Figuren dargestellt sind. Das Museumsgebäude – das Augustinerkloster – bildet mit seinen beeindruckenden Bauwerken (darunter die Kirche S. Agostino) einen würdigen Rahmen.

Kollegialkirche
Die Kollegialkirche ist eine der Kathedralen, die Tondini - ein hervorragender Architekt aus Verucchio - im Marecchia-Tal erbaut hat (1863). Im Kircheninneren werden wertvolle Kunstwerke aufbewahrt:
- Holz-Kruzifix aus dem XIV. Jahrhundert von einem unbekannten Künstler der Schule Riminis;
- Venezianisches Kruzifix auf Holztafel von Nicolò Pietro (1404).
- Leinwandgemälde des „Centino“ (Francesco Nagli), Mitte siebzehntes Jahrhundert, Sankt Martin teilt seinen Mantel mit einem Armen.

Antike Quelle und Malatestabrunnen
Am Ortseingang sprudelt die Quelle, die Verucchio im Laufe der Jahrhunderte mit Wasser versorgt hat, hervor. Jüngste Forschungen haben zwei Zisternen mit gewölbten Abdeckungen und einen Brunnen aus dem XV. Jahrhundert zum Vorschein gebracht.

Piazza Malatesta
Der Hauptplatz von Verucchio mit dem Rathaus “Palazzo Comunale” und anderen Gebäuden aus dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts.

Franziskanerkloster (XIII. Jahrhundert)
Das Kloster liegt im ebenen Teil, in Villa Verucchio. Innerhalb der Kirche Santa Croce befindet sich ein Meisterwerk der Schule Riminis aus dem vierzehnten Jahrhundert, auf dem die Kreuzigung dargestellt ist. Außen kann man ein beeindruckendes Monument der Natur bewundern: Eine etwa 700 Jahre alte und 23 Meter hohe Zypresse, die Franz von Assisi gepflanzt haben soll.
Es heißt, das Kloster sei das älteste Bauwerk der Franziskaner in der ganzen Romagna, es soll 1215 gegründet worden sein.

NÜTZLICHE IMFORMATIONEN:
- Rathaus: P.zza Malatesta 27, Tel. 0541/670154
- Fremdenverkehrsamt IAT: P.zza Malatesta 21, Tel. 0541/670222 Fax 0541/673266 - Email: iat.verucchio@iper.net
- Kulturamt: P.zza Malatesta 27, 0541/670154 Fax 0541/679570
- Malatesta Burg: Tel. 0541/670552
- Archäologisches Stadtmuseum: Via S.Agostino, Tel. 0541/670280
Öffnungszeiten Museum und Burg:
Vom 1. Oktober bis 31. März Samstags von 14:30 bis 19:00 Uhr
Sonn- und Feiertags von 10:00 bis 12:30 Uhr - 14:30 bis 19:00 Uhr - Vom 1. April bis 30. September
Täglich - Von 09:30 bis 12:30 Uhr – 14:30 bis 19:30 Uhr
Für Besichtigungen von Gruppen oder Schulklassen zu anderen Zeiten, wenden Sie sich an das Fremdenverkehrsamt