Urbino

Urbino

GESCHICHTE

Urbino erhebt sich auf zwei Hügeln (451 Meter über dem Meeresspiegel) inmitten der Flusstäler von Metauro und Foglia und hat ein wundervolles Panorama über grüne Hügel und imposante Berge. Die nur etwa einen Quadratkilometer große Altstadt, die fast vollständig aus Backstein errichtet wurde, ist von befestigten Mauern umgeben. Das rautenförmige Zentrum wird durch zwei, fast senkrechte Wegachsen - Via Mazzini und Via Cesare Battisti in der einen- und Via Raffaello und Via Veneto in der anderen Richtung - aufgeteilt, die am Hauptplatz (Piazza della Repubblica), dem beliebtesten Treffpunkt von Studenten und Einwohnern, zusammenlaufen. Das Gemeindegebiet umfasst verschiedene, nur ein paar hundert Meter von der Altstadt entfernte Viertel (Piansevero, Mazzaferro usw.) und viele verschiedene, zum Teil auch kilometerweit entfernte Vororte (Trasanni, Gadana, Schieti, Canavaccio usw.), die alle mit öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos erreichbar sind. Die Stadt mit 18.000 Einwohnern erstreckt sich über ein Gebiet von insgesamt 227,9 Kilometern.

Urbino ist eine Stadt antiken Ursprungs: Der Name Urvinum stammt wahrscheinlich von dem lateinischen Wort „urvus“ („urvum“ ist der gebogene Griff eines Pfluges). Zu den wichtigsten Söhnen der Stadt gehört zweifellos Guido il Vecchio, der berühmte ungestüme Ghibelliner, den Dante Alighieri im XXVII. Gesang der Hölle trifft:
„Ich war Soldat und später Franziskaner
Und glaubte, mit dem Stricke abzubüßen.
.....Vom Mutterleibe, waren meine Werke
Nicht eines Löwen, nein, des Fuchses würdig.“

Erst um das Jahr 1375 gelingt es Antonio Da Montefeltro, einem der wichtigsten Soldaten und Politiker der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts, der besonders geschickt Uneinigkeiten und kritische Situationen sowie die Rivalität anderer für sich auszunützen verstand, sich in das politische Geschehens Italiens einzumischen. Im Jahre 1376 verbündet er sich mit Florenz und Mailand und schließt freundschaftliche Bande mit Gian Galeazzo Visconti. Dank seiner wachsenden Macht, erkennt ihm Papst Bonifazius VIII. im Jahre 1390 alle seine Besitztümer an. Diese Situation wirkt sich positiv auf die Stadt aus, die sich von den Verwirrungen durch die ständigen Kämpfe erholen kann und kulturell und architektonisch wieder aufersteht. Zur vollen Blüte gelangt Urbino schließlich unter der Herrschaft von Montefeltros Enkel Federico, dem man auch den Herzogspalast – die heutige Universität – und die ersten Kontakte mit der kulturellen Welt zu verdanken hat.

Man kann Urbino auf verschiedene Arten besichtigen: Carlo Bo schreibt, dass „man die Stadt ohne bestimmte Ordnung durchstreifen sollte, zum Beispiel beginnend bei der Festung „Fortezza dell’Albornoz“, die auf einem der beiden Hügel der Stadt liegt (...) oder man steht unterhalb des Palazzo und studiert und bewundert das geniale Werk hoher Baukunst, dank dessen Herzog Federico sein Wunderwerk ins Leben rufen konnte (...) oder man geht durch das Haupttor zu dem Platz und gelangt in wenigen Minuten ins Herz der Stadt.“
Sollten Sie eine systematische Besichtigung vorziehen, halten Sie sich an die vorgegebenen Routen, die zwar nicht alle Möglichkeiten abdecken, aber doch einen nützlichen Anhaltspunkt bieten.