Santarcangelo

Santarcangelo

GESCHICHTE

Cesare Clementini, ein Historiker aus Rimini des siebzehnten Jahrhunderts, schrieb: "Die Burg Santo Arcangelo liegt.... auf einem sanften und angenehmen Hügel....der an das Apennin grenzt und von allen Seiten Städte, Villen, Burgen, Berge, Länder, Meere und Flüsse entdeckt.”
Wie könnte man diesen großzügigen Ort - den ersten “Balkon“ des Marecchia-Tals, der sich ganz in der Nähe von Rimini für ruhige und künstlerische Spaziergänge durch die engen Gassen, die bis zur Burg hinaufführen, einlädt – besser beschreiben?
Dass es sich um einen Ort handelt, an dem es sich gut leben lässt, wird aus der Tatsache deutlich, dass sich hier schon in der späten Vorgeschichte Menschen niedergelassen haben.
Tatsächlich hat man in der Nähe des Kapuzinerklosters, im Süden des Hügels von Santarcangelo, Pfeile und Schabwerkzeuge aus dem späten Neolithikum und Grundrisse von Hütten aus der Zeit der Villanovakultur gefunden. Später bei der Aufteilung in Zenturien durch die Alten Römer wird das Gebiet dem Territorium von Ariminum (Rimini) zugeteilt. Aus dieser Zeit stammen viele Fundstücke, wie der Komplex mit den vier Brennöfen, die sogar noch mit Amphoren und Krügen aus dem II. bis III. Jahrhundert n. Chr. ausgestattet sind.

SEHENSWERT

Den Wagen lässt man am Fuße der Altstadt zurück; zu Fuß geht es von der zentralen Piazza Ganganelli über die wunderschönen malerischen Freitreppen von Via Saffi und Via Andrea Costa bis Piazza Monache mit Blick auf Palazzo Cenci (17. Jahrh., das heutige Archäologische Museum), Palazzo del Monte di Pietà (15. Jahrh.) und die Fassade des Klosters der Heiligen Katharina und Barbara „Monastero della S.S. Caterina e Barbara“ (16. Jahrh.) mit eleganten Stuckverzierungen im besonders originellen Inneren.
Von Piazza Monache erreicht man außerdem eine der vielen geologisch interessanten Tuffsteingrotten, die alle miteinander verbunden sind und im Zweiten Weltkrieg als Unterschlupf dienten. Heute haben sie fundamentale Bedeutung als Weinkeller.
Am Ende der “Contrada della Cella” erreicht man die Burg (XII. Jahrhundert), einen der vielen über die Täler der Flüsse Marecchia und Conca verteilten Stützpunkte der Familie Malatesta. Der Legende nach fand hier das Drama um Paolo und Francesca statt, denn Gianciotto Malatesta (der betrogene Ehemann) hatte die Burg 1288 besetzt.
Die gewagte Stellung der Burg wird durch die elegante Schlichtheit eines wunderschönen Turms aus dem XIV. Jahrhundert unterstrichen. Clementini schreibt: "Carlo Malatesta... errichtete auf Fundamenten einen Turm, der die berühmtesten Türme Italiens übertrifft. Innen hat er zwei Wendeltreppen zum Auf- und Absteigen...das achte Weltwunder.” Heute befindet sich die Burg in Privatbesitz. Es gibt nichts Schöneres, als durch die Gassen des mittelalterlichen Viertels zu schlendern, um zwischen bunten Geranien, Hängegärten und grünen Oasen das Panorama zu bewundern und sich in einem guten Restaurant zu laben.
Auch die Kollegialkirche und der Fischmarkt (18. Jahrh.) sind einen Besuch wert.
Auf dem Ballspielplatz (18. Jahrh.) fand einst das Spiel mit dem Armholz, das von zwei gegnerischen Mannschaften, die mit einem stacheligen Holzschläger einen harten Lederball treffen mussten, statt. Heute spielt man hier noch Trommelball und natürlich Fußball. Zum Abschluss sollte man den Triumphbogen aus dem Jahre 1777, Überrest eines ehrgeizigen Bauplans, besichtigen.
Auf keinen Fall versäumen darf man die Werkstatt des Eisenschmieds Alfonso Giorgetti (Via Verdi) –Zeugnis antiker Handwerkskunst – und die Druckerei Marchi, wo man mit einer großen Mangel (17. Jahrh.) mit antiken Holzformen und Naturfarben noch heute wundervolle Kunstwerke herstellt.

VERANSTALTUNGEN

- Die Messe „San Michele“, eine antike Vogel- und Naturmesse findet Ende September statt;
- Die Messe „San Martino“ (oder „Fiera di bec’“, Messe der Gehörnten), eine große Ausstellung von Herbstprodukten, landwirtschaftlichen Geräten, lokalem und auswärtigem Handwerk, Antiquitäten mit Straßenkünstlern und Bänkelsängern Anfang November;
- Theaterfestival von Santarcangelo, jedes Jahr im Juli kann man in den faszinierenden Ecken der Altstadt Theatertruppen aus ganz Europa bewundern.

INFORMATIONEN
- IAT Auskunftsbüro 0541/624270 - Fax 0541/622570
- Fremdenverkehrsbüro der Gemeinde 0541/356284