Saludecio

Saludecio

GESCHICHTE

Die Vergangenheit von Saludecio kann sich mit Persönlichkeiten von Rang rühmen: Allen voran Beato Amato Ronconi vom dritten Orden der Franziskaner, der im XIII. Jahrhundert das Krankenhaus „Santa Maria di Monte Orciale“, eine Zufluchtstätte für Pilger, die bei Ihren Wallfahrten nach Rom ständigen Gefahren und dem Unbekannten ausgesetzt waren, gegründet hatte. Das II., XIII., XIV. und XV. Jahrhundert waren Zeiten der Auseinandersetzungen und Konflikte um die Herrschaft über den Hügel von Saludecio. Malatesta und Montefeltro wechseln sich häufig und brüsk mit der Herrschaft ab, bis sie den Ort den neuen Herren Cesare Borgia, Della Rovere (legitime Erben der Montefeltro) und für kurze Zeit auch den Venezianern überlassen. Im Jahre 1524 erstreckt der Kirchenstaat seine Herrschaft schließlich auch über Saludecio aus. Diese Kontrolle bleibt bis 1859 (mit einer Unterbrechung 1797 als der Ort kurz zur zisalpinischen Republik gehört) bestehen.
Die intensiven literarischen und politischen Aktivitäten von Saludecio haben ein tiefes Zeichen im kulturellen Panorama des Concatals hinterlassen. Der Ort galt für lange Zeit als Hauptstadt des gesamten Tals. Heute ist Saludecio eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Gebiete der Provinz von Rimini. Gut entwickelt haben sich auch das Handwerk (Kunstkeramik, Filz, Schmiedeeisen), Kleinindustrie (Schuhe, Holz, Metall- und Maschinenbau) und Tourismus. Die unberührte Natur der Umgebung gab in den 80er Jahren den Anstoß zur Entwicklung eines interessanten Projektes: „Saludecio, Zentrum von Arzneipflanzen und Kräuterstudien“. Zu diesem Zweck wurden ein ständiger Kräutergarten und ein spezieller Garten mit hundert verschiedenen Sorten - den sogenannten „Erbe di Gaetano“ (Kräuter des Kajetan) - eingerichtet.

SEHENSWERT

Durch das Tor “Porta Marina” (Tor zum Meer) im Hauptturm des Mauergürtels gelangt man in das Ortszentrum. Auf der gegenüberliegenden Seite grenzt das hervorragend restaurierte Tor “Porta Montanara” (Tor zu den Bergen, XIV. Jahrhundert) den mittelalterlichen Borgo ab.
Aus der gleichen Zeit stammt auch der antike Bürgerturm (XIV. Jahrhundert) mit einem Stadtwappen aus Stein. Die Renaissance mit ihrer künstlerisch-kulturellen Blüte hat interessante Adelspaläste in diesem kleinen Ort der Romagna hinterlassen: “Palazzo Albini“ (XVI. Jahrhundert), der ehemalige “Palazzo della Rovere”, mit seinem wunderschönen Säulenhof, der an die eleganten Formen des „Palazzo Ducale” in Urbino erinnert; „Palazzo Riminucci“ (XVI. Jahrhundert) mit einer Originalsteintreppe mit zwei Rampen. Die Pfarrkirche „San Biagio“ (Hl. Blasius, in der Nähe von Porta Marina) ist Werk von Achilli aus Cesena, wie auch die Wallfahrtskirche des “Beato Amato Ronconi“. Es handelt sich um eines der schönsten Bauwerke aus dem achtzehnten Jahrhundert in der gesamten Provinz von Rimini. Im Kircheninneren kann man Leinwandgemälde von Centino, Giudo Cagnacci und anderen Malern der Region bewundern.

Bemerkenswert ist auch das Museum für religiöse Kunst (in der Wallfahrtskirche) mit einer Sammlung von Weihgaben, Kirchengeräten (Leuchter, Lampen, Reliquienschreine) und Einrichtungsgegenständen (Laternen, Chormäntel, Kirchenfahnen, Wandschmuck), die dem Seligen – dessen intakter Körper hier in einer Kristallurne aufbewahrt wird – im Laufe der Jahrhunderte von Gläubigen geschenkt worden sind. Neben der Wallfahrtskirche befindet sich eine interessante kleine Kapelle, die sogenannte „Cappella dell’Olmo del Beato“ (Ulme des Seligen). Hier ist eine jahrhundertealte Ulme erhalten, die von einem Wunder, das Ronconi vollbracht haben soll, zeugt: Es heißt, der Selige habe eines Tages seinen Spazierstock in den Boden gerammt, der sich dann wie durch ein Wunder in einen üppigen Baum verwandelt habe.

Im oberen Ortsteil erhebt sich ein weiterer bedeutender religiöser Komplex: Die Kirche und das Kloster des Heiligen Hieronymus "San Girolamo". Das im Jahre 1640 gegründete Kloster bewahrt Gemälde aus dem siebzehnten Jahrhundert und eine interessante Freske (im Kreuzgang), auf der alle Regenten, die das Kloster geleitet haben, dargestellt sind.
Für einen etwas anderen Abend empfiehlt sich die von der Gruppe “N. Koppernik” gegründete Sternwarte (in Santa Maria del Monte) mit einem mächtigen Teleskop. Das Observatorium wird am Mittwoch- und Samstagabend für Besucher geöffnet. Interessant ist auch ein Ausflug zu den Ruinen der mittelalterlichen Burgen in den Bezirken Cerreto und Meleto.

VERANSTALTUNGEN

Auf keinen Fall versäumen darf man “Salus Erbe” (um den 25. April), ein Potpourri aus Meetings, Rundtischkonferenzen, Ausstellungen, Gastronomieecken und Märkten um die Themen Kräuter, biologische Landwirtschaft, Naturmedizin und Umwelt. Zu dem gleichen Thema werden auch im Sommer typische Märkte veranstaltet, die von Juni bis August jeden Samstagabend das Zentrum mit den Produkten der umliegenden Ländereien beleben. Ein weiterer wichtiger Treffpunkt ist das Festival des neunzehnten Jahrhunderts „Ottocento Festival“ (erste Augustwoche), ein wundervolles Fest mit Musik, Theater, Ausstellungen und Märkten, die in den Straßen von Saludecio die fröhliche und sorglose Atmosphäre der Operetten aus dem neunzehnten Jahrhundert zu neuem Leben erwachen lassen.