Novafeltria

Novafeltria

NOVAFELTRIA

Die Gemeinde Novafeltria - seit 1941 “Mercatino Marecchia” genannt – wurde im Jahre 1907 durch die Vereinigung von mehreren Bezirken, die sich von der Gemeinde Talamello losgelöst hatten, gegründet. Die erste Ansiedlung mit der Kirche „S. Pietro in culto“ und dem Oratorium „S. Maria“ geht jedoch auf das Jahr 950 zurück. Der Ort wurde in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts von den Grafen Segni aus Bologna, die dort eine prächtige Villa – das heutige Rathaus – erbauten, zum Wohnsitz gewählt. Der Ort wurde zum Zentrum für Handel und Landwirtschaft und vor allem im August zur Kulisse großer Messen. Heute ist Novafeltria Konvergenzpunkt aller wirtschaftlichen Aktivitäten des gesamten Tals.
In der Gemeindefraktion Perticara, einem antiken Bergwerk, befindet sich ein interessantes Bergbaumuseum, das mit seiner Dokumentation über die beeindruckende, Jahrhunderte andauernde Gewinnung von Schwefel und archäologischen Zeugnissen aus dem Bronze-, dem Umbrischen, Etruskischen und Römischen Zeitalter zu den bedeutendsten Museen Europas zählt.
Auf dem Berg (900 Meter über dem Meeresspiegel), der den Ort überragt, sind ein großer Pinienhain und ein jahrhundertealter Kastanienwald zu bewundern.
Das Gemeindegebiet verfügt über hervorragende Freizeitstrukturen wie zum Beispiel das jüngst restaurierte Theater, die Bibliothek (die gerade renoviert und erweitert wird), Diskothek, Hallenbad, Sporthalle, Tennisplätze, Sportplätze, Motocross Rennbahn, Fahrradwege am Marecchia Fluss und Campingplätze.

INFORMATIONEN
- Fremdenverkehrsverband Pro Loco Perticara Via A. Oriani Perticara 0541/927267
- Verband Pro Novafeltria C.so Mazzini 69 Novafeltria 0541/928563 - Email: comune.novafeltria@provincia.ps.it

SEHENSWERT

Das historische Bergwergmuseum in PERTICARA
In Perticara hat man mindestens 500 Jahre lang Schwefel gewonnen; man folgte den Schwefeladern und grub mühevoll bis zu 740 Meter tiefe Stollen. Historiker sind jedoch der Ansicht, das die Alten Römer als Erste Schwefel in diesem Gebiet abgebaut haben. Im Jahre 1917 erwarb die Gesellschaft Montecatini die Genehmigung hier nach Mineralien zu forschen, entdeckte die Haupt-Schwefelader unterhalb von Perticara und gründete die größte Industrie des gesamten Gebietes. Die 1.600 Angestellten der Firma Montecatini haben eine immense unterirdische Stadt mit fast 100 km Stollen auf 9 Abbauhöhen gegründet. Die Schwefelgewinnung hat das Leben Tausender von Männern und Frauen geprägt: Die Anstrengungen und Überlebensängste wurden an der Oberfläche durch einen fröhlichen und festliebenden Charakter verdrängt. Bis zur dramatischen Schließung im Jahre 1964 auf Grund erbarmungsloser Marktgesetze versüßten Musikkapellen, Philharmonie, Theater, Kino und die Karnevalsgesellschaft die Freizeit der 5.000 Einwohner großen Gemeinde. Doch schon gleich nach Beendigung der industriellen Aktivitäten bemühte man sich mit Ausdauer und Enthusiasmus darum, die Erinnerung durch im Historischen Bergwerkmuseum von Perticara bewahrte Sammlungen lebendig zu erhalten. Das Museum wurde 1970 gegründet und hat sich im Laufe der Jahre von einem nostalgisch angehauchten Museum zum wissenschaftlichen Bezugspunkt in Sachen industrieller Archäologie auf nationalem Niveau entwickelt. Das Museum bietet eine Reihe von Abteilungen, die den Hauptteil – den Abbau und die Verarbeitung von Schwefel – einführen und zusammenfassen. Die Besichtigung von Stollen, Bergwerkausstattungen, den Arbeitsinstrumenten, Dokumenten, Zeichnungen, Originalfotos und –filmen eignen sich für die verschiedensten Studienansätze. Bemerkenswert ist auch die wertvolle Mineralsammlung, die zusammen mit der Sammlung von Fossilien einen erheblichen didaktischen Wert hat. Kürzlich wurden die Restaurierungsarbeiten am Gebäudekomplex des Schwefel-Abbaugebiets „Certino“, dem definitiven Sitz des Museums, abgeschlossen. Ausstellungsgebiete: Archäologie, Mineralogie, Petrographie, Geologie, Bergbau, Kartographie, Kino, Foto, Mediothek, Archiv, Werkzeuge, Wissenschaft, Studienzentrum.

INFORMATIONEN
- Museen:
Via Decio Raggi und Schwefel-Abbaugebiet Certino
Tel/Fax 0541/927576
Öffnungszeiten:
9-12 Uhr; 15-18 Uhr (montags und freitags geschlossen)