Montegridolfo

Montegridolfo

Genau an der Grenze zwischen Romagna und Marken, zwischen den Tälern der Flüsse Conca und Foglia, befindet sich eine der besterhaltenen Burgen der Provinz von Rimini: Montegridolfo.
Sanfte Hügel bestimmen das bezaubernde Landschaftsbild. Der wunderschöne Ort wurde liebevoll und detailgetreu restauriert und zu einem der qualifiziertesten Zentren für Tourismus im romagnolischen Hinterland ausgebaut.

GESCHICHTE

Noch heute sind sich Altertumsforscher hinsichtlich der Ursprünge dieses faszinierenden Ortes nicht einig. Sicher ist nur, dass der vorherige Ortsname „Monte Lauro“ von dem Lorbeer, der üppig in den Wäldern der nahen Hügel wuchs, stammt. Die heutige Bezeichnung „Montegridolfo“ dagegen geht auf das XIII. Jahrhundert zurück: „Castrum Gredulphus“ verdankt seinen Namen einer zum Teil welfischen Familie aus Rimini, den Gridolfi, die sich hier zu Zeiten der Auseinandersetzungen mit der gegnerischen Partei, den Gibellinen, niedergelassen hatte.
Die Burg stammt höchstwahrscheinlich aus der Phase des Mittelalters, in der zahlreiche, gut befestigte und verteidigte Orte auf den Hügeln entstanden sind, die von hoch oben das gesamte Tal beherrschten. Im Jahre 1233 schwört Montegridolfo Rimini Treue im Kampf gegen Urbino. Im Jahre 1288 wird der Ort von den anliegenden Gemeinden Mondaino und Saludecio geplündert und in Brand gesteckt. Der Bund mit Rimini verstärkt sich mit dem Anstieg der Macht der Familie Malatesta, die in mehreren Anläufen zur Erweiterung und Erhaltung der imposanten Burganlage beigetragen hat.
Malatesta Guastafamiglia lässt - nach der Zerstörung durch seinen Neffen Ferrantino Novello und Nolfo d'Urbino - zum Schutz des Wohnzentrums im Jahre 1337 neue Mauern mit vier mächtigen Warttürmen errichten. Die besondere geografische Lage von Montegridolfo – von der sich Romagna und Montefeltro hervorragend beherrschen lassen – gibt Anlass zu harten Kämpfen und häufigen Zerstörungen. Im Jahre 1455 geht das Schloss an die Familie Montefeltro über; ein paar Jahre später erneut an das Geschlecht der Malatesta; in den folgenden Jahren wechseln sich kurzweilige Herrschaften ab: Cesare Borgia 1502, Republik Venedig 1504 und schließlich der Kirchenstaat im Jahre 1509.

SEHENSWERT

Die letzten Restaurierungsarbeiten haben aus Montegridolfo einen der am besten erhaltenen Orte aus dem Mittelalter der gesamten Gegend gemacht. Die warme Farbe der Steine bildet einen reizvollen Kontrast zu dem üppigen Grün der umliegenden Hügel. Der Ort scheint weitab von Raum und Zeit zu schweben und lädt dazu ein, längst vergangene Epochen wiederaufleben zu lassen. Die Malatesta Burg (XIV. Jahrhundert) - das heutige Rathaus - hat bis heute sein ursprüngliches Äußeres erhalten können. Bemerkenswert sind die Auffahrt zur Zitadelle, das elegante bogenförmige Tor und der Salon der „Grotta Azzurra“ mit gotischen Stilelementen.
Der Reiz von Vergangenem macht nicht vor der Festung halt, sondern belebt auch Palazzi, ruhige Gassen und Kirchen. Im Ortzentrum befindet sich die Kirche „San Rocco“ (Rochus) aus dem vierzehnten Jahrhundert, die einst als Schlosskapelle gedient hat. Im Kircheninneren befinden sich zwei (übereinanderliegend entdeckte) Fresken, die beide Maria mit Kind und Heiligen (Rochus und Sebastian) darstellen. Das ältere der beiden Gemälde wird der Schule Giottos zugeschrieben, das zweite soll von einem Maler aus Umbrien/Marken aus dem sechzehnten Jahrhundert stammen.
Ein Jahrhundert später malte Cagnacci – diesmal auf Leinwand – eine weitere Madonna mit Kind und den Heiligen Rochus, Sebastian und diesmal auch Hyazinth. Etwa einen Kilometer von Montegridolfo entfernt, erhebt sich eine weitere wichtige Kultstätte: Die Kirche „San Pietro“ (Petrus) ist im Jahre 1929 auf den Ruinen eines vorherigen romanischen Bauwerks errichtet worden. Der Ort verdient dank einer besonders wertvollen Freske – einer von drei verschiedenen Meistern der Schule Riminis im vierzehnten Jahrhundert gemalten Kreuzigung - besondere Aufmerksamkeit. Der Madonnenkult hat in Montegridolfo antiken Ursprung und findet in der Wallfahrtskirche „Beata Vergine delle Grazie“ (Heilige Jungfrau voll der Gnade) in der Gemeindefraktion Trebbio seinen Ausdruck. Die Kirche ist im achtzehnten Jahrhundert an Stelle der Kapelle zum Gedächtnis an die beiden wundervollen Erscheinungen der Jungfrau im Jahre 1548 erbaut worden. Die hier aufbewahrte kostbare Leinwand mit der Darstellung der Jungfrauenerscheinung vor Antonia Onidei (XVI. Jahrhundert) von Polmpeo Morganti da Fano ist eines der ersten Beispiele für den Manierismus der Marken in der Romagna. Die Leinwand ist ein Dokument von bemerkenswerter Bedeutung, da im Hintergrund die Burg von Montegridolfo und die umliegende Hügellandschaft naturgetreu dargestellt sind.

VERANSTALTUNGEN

Die Traditionen haben im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Symbole hervorgebracht, die jedes Jahr in der Altstadt und in den Kultstätten durch eindrucksvolle religiöse Feste - wie die Kostüm-Prozession am Karfreitag und die Marienfeste – aufrecht erhalten werden. Auch die wirtschaftliche Grundlage des modernen Montegridolfo beruht auf antiken Traditionen: Landwirtschaft (Öl und Wein), Viehzucht und Eisenbearbeitung.

INFORMATIONEN

Rathaus: Via Roma, 2 - Tel. 0541/855054
Fremdenverkehrsverband Pro Loco: Piazza Matteotti- Tel. 0541/855080