Brisighella

Brisighella

GESCHICHTE

Bei archäologischen Ausgrabungen in der nahen Grotte „Tanaccia“ kamen Überreste menschlichen Lebens aus der Steinzeit zum Vorschein, die von dem antiken Ursprung dieser Ortschaft Zeugnis ablegen. Bis das die Römer ihn nicht einverleibten, gehörte der Ort zum "Ager Gallicus“.
Gegen Ende des fünfzehnten Jahrhunderts erbaut Maghinardo Pagano hier zu Verteidigungszwecken eine Befestigungsmauer, genau auf dem Felsen, auf dem heute die Turmuhr steht. Zeuge der Vergangenheit von Brisighella bleibt die Burg mit den typischen Eigenschaften einer Festung aus dem XV. – XVI. Jahrhundert.
Laut Legende befand sich in dieser Burg ein besonders tiefer Brunnen mit scharfen Klingen, der sogenannte „Rasier-Brunnen“, in den man die Gefangenen geworfen haben soll. Es heißt, Dutzende junger Männer aus dem Ort seien hier der grausamen Caterina Sforza zum Opfer gefallen. Diese habe sie erst für ihre maßlosen Liebesnächte auf die Burg geordert, um sie anschließend in dem Brunnen zu “entsorgen“.

SEHENSWERT

Kirchen
Auf der zentralen Piazza Carducci steht die Kollegialkirche „SS. Michele e Giovanni Battista” (Hl. Michael und Johannes der Täufer). Der Kirchengrundriss hat die Form eines griechischen Kreuzes und eine Kuppel, die sich auf der Mitte der vier Arme erhebt. Auf dem linken Altar besticht ein wertvolles Gemälde aus dem fünfzehnten Jahrhundert, das wahrscheinlich Mingarelli zuzuschreiben ist und die Heilige Jungfrau "Madonna delle Grazie" darstellt. Das Altarbild des angrenzenden Altars stellt das Letzte Abendmahl dar und stammt aus der Schule Caravaggios. Auf der Via Baccarini erhebt sich die Kirche “Chiesa dell'Osservanza” (Observanz, XVI. Jahrhundert ). Im linken Säulengang sind einige wertvolle Keramiken und eine “Pietà” von Rosetti zu bewundern.

Das Museum
Das klassizistische Rathaus in Piazza Marconi bewahrt in seinem Beratungssaal einen wunderschönen Kamin aus dem fünfzehnten Jahrhundert mit dem Wappen der Manfredi und einem Majolika-Rundbild mit Obstgirlande im Stil der Della Robbia. Das hier eingerichtete Stadtmuseum “Val Lamone” enthält verschiedene in diesem Tal ausgegrabene neolithische und römische Fundstücke.
Via degli Asini ist der faszinierendste Teil von Brisighella. Die antike Straße wurde im fünfzehnten Jahrhundert so gebaut, dass sie oberhalb der Straßendecke verläuft – man spricht sogar von der ersten Straßenüberhöhung der Geschichte. Die verschieden breiten Halbbogen wurden von jeweils der Familie, die in der Wohnung darüber wohnte, bewacht. Später verlor der Bogengang seine Rolle als Verteidigungselement und diente den Esel- und Mulikarawanen, die von den Gipsgruben zu den Brennereien und schließlich zu den Märkten in Florenz und Faenza zogen.

VERANSTALTUNGEN

Volksweihfeste, traditionelle Feste, kulturelle Ereignisse.
Das ganze Jahr über finden an die Volkstraditionen gebundene Feste statt, bei denen der Schwerpunkt auf der Kostprobe von lokalen Spezialitäten liegt: Das Fest der vergessenen Früchte in Casola (Oktober), das Fest der Birne „Pera volpina“, der Ferkel-Spezialitäten und zu Ehren seiner Majestät des Trüffels in Brisighella (November), das Schalottenfest in Riolo Terme (Juli) usw. Außerdem feiert man Feste zu den Themen Wildschwein, Polenta, Salbei, Oliven, Schaf- und Ziegenprodukte. Im Sommer finden zahlreiche kulturelle und an die Geschichte der Ortschaft gebundene Veranstaltungen statt: Bei den berühmten Mittelalterfesten Ende Juni/Anfang Juli wird Brisighella von Besucherstürmen „belagert“.